Nix da Winterblues!

Leben

Zurzeit liegt Melancholie in der Luft. Wie eine schwere, zähe Flüssigkeit hat sie sich heimlich in jede Ecke ausgebreitet und in unseren Köpfen festgesetzt. Ein Phänomen, das wundersamerweise jedes Jahr um diese Zeit zu beobachten ist. Auf den Straßen vergraben sich müde Gesichter hinter dicken Wollschals, die sozialen Medien quellen über vor Sommerbildern mit den üblichen „Will wieder Sonne“-Sprüchen und die Werbeindustrie überhäuft uns mit weißen Zauberstränden, weil jeder anscheinend einfach nur weg will.

Ich verstehe es ja auch ein wenig. Bei dem trüben Wetter kann man schnell mal miese Stimmung bekommen. Und ja, mir ist auch kalt. Ziemlich sogar. Aber weil wir uns gerade nunmal keine vier Wochen Australien leisten können, müssen wir da wohl alle durch. Durch dieses Januarloch.

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Mit hängenden Mundwinkeln trotzig auf die warmen Tage zu warten, ist allerdings nicht der goldene Weg. Wenn wir im Moment nicht in den Sommer hüpfen können, warum holen wir ihn dann nicht einfach zu uns?

Man kann auch im Winter mit dem Autoradio mitsingen. Dann eben mit Sitzheizung. Warum nicht einfach nochmal die Playlist vom letzten Sommer ausgraben und unter der Dusche dazu tanzen? Unter der heißen Dusche natürlich. Und danach statt zur normalen Bodylotion, lieber zur Sonnencreme greifen und den ganzen Tag nach Urlaub riechen. Es gibt kein Sommerkleid, was sich nicht mit Stulpen, Strick und Strumpfhose wetterfest machen lässt. Kunterbunt statt Wintergrau. Wer sagt, dass man Eis und Fruchtbowle nur bei über 25 Grad genießen darf? Stört ja keinen, wenn man dabei dicke Socken anhat. Ist es denn verboten, um diese Jahreszeit die Kerzen mit Kokosduft, statt Apfel-Zimt zu nehmen? Und wenn es draußen noch nicht blüht, dann aber in meinen Vasen umso mehr.

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Sommer und gute Laune sind nicht an eine bestimmte Zeit im Jahr gebunden. Es liegt ganz allein in unserer Hand, mit welcher Einstellung wir in den Tag starten. Und wenn ich zurzeit keine Lust auf gefrorene Hände und Winterstimmung habe, dann ist bei mir eben Sommer im Kopf. Genauso gut, wie ich im Juli Plätzchen backen und Tee trinken kann. Das ist doch die schöne Freiheit des Lebens! Die äußeren Umstände kann ich nicht ändern, aber es ist meine Entscheidung, wie ich auf sie reagiere.

Und wenn sich die Sonne im Moment lieber in einen dicken Wolkenmantel packt, ist ihr vielleicht auch einfach nur zu kalt.

Kleine Hoffnungsschimmer für Wintermuffel gibt es jedoch schon. Ich bin mir sicher, dass ich morgens schon den ein oder anderen verirrten Vogel habe zwitschern hören. Und hat eigentlich schon jemand bemerkt, dass die Tage wieder länger werden?

Also, das Wort zum Sonntag lautet wie folgt: „Nix da Winterblues!“ Väterchen Frost zieht seine Fluppe dieses Jahr ohne mich!

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