Das Glück ist keine Rampensau.

Gedanken

„Das Beste versteckt sich immer gerne als nebensächlich. Und man entdeckt erst, wenn sie weg ist; diese eine Sekunde war die Perfekte.“

Das Leben ist so wundervoll! Manchmal würde ich am Liebsten euphorisch durch die Straßen tanzen und einfach Jeden und Alles umarmen. Himmelhoch jauchzend in meiner perfekten Welt. Nein, ich bin nicht verliebt. Zumindest nicht in eine Person. In das Leben vielleicht.

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Und eigentlich könnte es Jedem von uns so gehen. Wären da nicht diese zwei lästigen Scheuklappen rechts und links an unserem Kopf, die uns viel zu oft die Sicht auf die Dinge neben dem Weg nehmen. Natürlich darf man das Wesentliche nicht aus den Augen verlieren. Aber was ist das überhaupt? Und was, wenn es sich vielleicht nicht in der goldenen Schatzkiste am Ende des Regenbogens finden lässt? Kann es nicht sein, dass das große Glück gar keine Rampensau ist? Dass es sich womöglich viel lieber in den unscheinbaren Kleinigkeiten versteckt? In der Ungewissheit hinter der Schwärze unserer Scheuklappen?

Klingt doch eigentlich ganz einfach; Wir müssen nur diesen Sichtschutz an unserem Kopf abnehmen und schon leben wir alle auf rosaroten Wattewolken. Warum wir das dann nicht schon längst gemacht haben?

Ich glaube, weil es zu schwierig ist. Weil der Weg dorthin lang und steinig ist. Und weil wir oft nicht alles sehen wollen. Der Preis den wir zahlen, um bei Unschönem leichter wegsehen zu können, ist, dass wir bei den schönen Dingen auch schwerer hinsehen können.

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Aber vielleicht gibt es ja so etwas wie einen Mittelweg. Ein Drehen des Kopfes reicht meist schon, um das Blickfeld zu erweitern. Einfach mal umschauen, statt voraus zuschauen. Denn wenn wir kurz stehen bleiben und Atem holen, dann überfluten sie uns ganz von selbst wie eine warme Welle – die kleinen Momente des ganz großen Glücks. Unverhofft und ungeplant.

Das kann der magische Augenblick sein, in dem die Sonne für einen Wimpernschlag durch die sonst so dichte Wolkendecke bricht. Oder eine kleine Geste eines ganz besonderen Menschen. Einfach so und doch genau zur richtigen Zeit. Ein Moment der Stille, der zugleich so unfassbar laut vor Freude singt.

Wie traurig, wenn ich da vorbei gelaufen wäre. Mit meinen Scheuklappen rechts und links.

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