Nirgendwohin

Leben

Komm mit mir Nirgendwohin. Komm bleib bei mir, wir bleiben hier. So wie wir sind.

Wisst ihr noch?

Wisst ihr noch, als alles vorbei war? Die Büffelei, die Quälerei, die 12 Jahre Halbtagsknast, wie wir es an unseren schlechtesten Tagen genannt haben. Wisst ihr noch wie es war, den Schulabschluss endlich in der Tasche zu haben? Frei zu sein? Erinnert ihr euch noch daran, wie es sich angefühlt hat, das Letzte mal durch diese Tür zu gehen? Kennt ihr noch eure Gedanken in jenem Moment? Waren sie nicht alle gleich?

Egal ob Ausbildung, Studium oder Selbstfindungstrip, eines stand für uns alle fest – Wir wollten nicht in der Heimat bleiben. Es zog uns in die Ferne, die so groß und aufregend und unendlich erschien. Einfach weg und einfach raus. Wie eine wild gewordene Horde Abenteurer stürzten wir uns ins Leben, mal mehr, mal weniger planlos. „Der Weg ist das Ziel“, „Lebe den Moment“ und „Für immer so jung“ kreisten in Dauerschleife durch unsere Träume. Nichts, das uns aufhalten konnte. Nichts, das uns einengen würde und nichts, dass uns je wieder zurück bringen könnte. Freiheit im Herzen und die Haare im Wind.

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Kofferpacken wird überbewertet

Diese Euphorie ist nun schon zwei Jahre her, doch die meisten sind ihrem Vorhaben treu geblieben. All die jungen Menschen, mit denen ich noch zusammen unseren Abschlussball gefeiert habe, sind mittlerweile in ganz Deutschland und sogar darüber hinaus verstreut. Kaum einer ist hier geblieben, alle wollten weg. Auch ich habe mein Leben woanders gesucht. Fern von zu Hause.

Mittlerweile glaube ich jedoch, dass es nicht so wichtig ist, möglichst viele Kilometer zwischen sich und sein bisheriges Ich zu bringen. Kofferpacken wird überbewertet. Und wenn wir mal ehrlich sind, auf Dauer schnuppert die Luft überall gleich. Wenn man etwas verloren hat, findet man es meist dort, wo man am wenigsten gesucht hätte. So ähnlich ist das mit dem Leben und dem Glück auch. Vielleicht müssen wir ja gar nicht so weit weg, um irgendwo anzukommen. Vielleicht sind wir schon da.

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Ein kleines bisschen Spießigkeit

Im Moment lasse ich meine Koffer jedenfalls in der Ecke hinterm großen Schrank verschwinden. Ich brauche sie nicht packen, weil das größte Abenteuer jeden Tag aufs neue direkt vor meiner Haustür wartet. Ganz ohne wilde Jugend und Specialeffects. Der Alltag ist mein Traum. Auch wenn es zunächst recht langweilig erscheint und nicht dem episch idealisierten Bild der unbändigen Herzen entspricht, bin ich doch sehr zufrieden mit meinem kleinen bisschen Spießigkeit. Ich bin umgeben von den wundervollsten Menschen, ohne die ich nie so sicher gelandet wäre. Doch ich weiß, dass ich sie niemals getroffen hätte, wenn sie nicht vor zwei Jahren genau die selben Gedanken gehabt hätten, wie ich. Wenn sie nicht auch ihre Koffer gepackt hätten.

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Hier sein

Wir sind alle auf einer Reise, selbst wenn wir gerade nicht selber laufen. Manchmal lassen wir uns einfach treiben, genießen das Jetzt und kommen plötzlich irgendwo an, ohne wirklich unterwegs gewesen zu sein. Wir müssen nicht ausbrechen, nicht sofort alles stehen und liegen lassen und alte Brücken verbrennen. Hin und wieder müssen wir nirgendwohin. Dann reicht es einfach, hier zu sein. Hier mit euch, weil sich genau das im Augenblick so richtig anfühlt.

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Ein Gedanke zu “Nirgendwohin

  1. Ein wunderschön romantischer Text und eine Liebeserklärung an die Heimat und Deine Wegbegleiter.

    Wir alle begleiten einen so wertvollen Menschen wie DICH sehr gerne auf seinem Lebensweg 😘

    Liebe Grüße

    FP

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