Hummeln im Po

Gedanken, Leben

Vielleicht liegt es daran, dass ich ein Winterkind bin. Im Februar geboren, war es schon immer die klirrende Kälte die mich wach gehalten hat und meine Energien für den Tag mobilisieren konnte. Schwüle Sommerhitze wirkte sich bloß lähmend auf meine Glieder aus. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich diese Adventszeit irgendwie so gar nicht nach stiller und verschneiter Nacht anfühlt. 17 Grad Celsius kommen eher dem Eis hinter der Theke zu Gute, statt jenem auf dem See. Oder vielleicht liegt es auch daran, dass das Jahr sich wieder einmal dem Ende zu neigt und die Erinnerungen als Kurzfilm über die Leinwand flimmern. Ich bin jedes mal aufs Neue beeindruckt, wie viel in 365 Tagen passieren kann. Wie sehr sich Menschen verändern können.

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Was auch immer die Gründe sein mögen, an Stelle von Besinnlichkeit breitet sich zur Zeit viel mehr ein aufgeregtes Kribbeln in mir aus. Ich glaube, ich habe Hummeln im Po.

Aber darf man das überhaupt? Wäre das in einer Jahreszeit, die eigentlich der Einkehr und Dankbarkeit, dem Zurückblicken und Zusammenkommen gewidmet ist, nicht völlig unangebracht?

Andererseits wirkt sich das alljährliche Powershopping in der Schlacht der besten Preise auch nicht unbedingt positiv auf die heilige Weihnachtsstimmung aus. Geschenkewahnsinn, Pendlerverkehr und Glühweinmarathon – Wen stört da schon eine Studentin, die nicht still sitzen kann?

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Ich habe so viele Träume und Pläne und bessere Vorsätze, dass es mir schwer fällt auszuharren und Danke zu sagen. Am liebsten würde ich direkt loslegen mit diesem 2016, um alles schnellstmöglich in die Tat umzusetzen. Durchstarten ohne Verzögerung, nach vorne laufen ohne zurückzublicken. Ich glaube, ich bin nicht die Einzige mit diesen Problemen. Wer das ganze Jahr unter Strom steht, kann nicht auf Befehl den Schalter für Besinnlichkeit drücken. Es wird aber irgendwie erwartet und das ist der Haken.

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Keiner möchte auf der Familienfeier über die Arbeit reden oder schon die Termine nach den Feiertagen koordinieren. Gänzlich auf Null runter zu fahren, wäre jedoch auch nicht das Richtige. Zeitlupe statt Stopptaste. Das könnte vielleicht das beste Rezept für die Weihnachtszeit sein. Kurz innehalten, das Jahr Revue passieren lassen und neue Energien tanken für alles, was noch kommt. Ungezwungenes Ausspannen statt vorgetäuschter Besinnlichkeit.

Ich habe meine Koffer bereits gepackt und werde mich morgen mit allerlei Taschen, Geschenken, Erinnerungen und Gesprächsbedarf auf den Weg nach Hause machen. Die Hummeln habe ich auch dabei. Aber das ist okay. Frohe Weihnachten.

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Ein Gedanke zu “Hummeln im Po

  1. Was für ein wunderschöner besinnlicher und zum Nachdenken anregender Post
    Und Dank NIKON auch sehr stimmungsvolle Fotos von einem Profi komponiert, zeigt es eine wundervolle erwachsene Frau 😘❣

    Vielen Dank für dieses schöne Vorweihnachstsgefühl 🎅

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