8 Tage Sommer

Leben

Man sagt ja, dass jeder Sommer seine eigenen Abenteuer schreibt. Meiner gleicht dieses Jahr wohl eher einer liebevollen Kurzgeschichte.

Noch im Juli hatten wir alle beinahe fest damit gerechnet, während der Ferien mit dem Schlauchboot um die Häuser ziehen – Pardon: paddeln – zu müssen. Gewitter, Überschwemmungen und tagelange Sonnenlosigkeit zerrten nicht nur an den Nerven, sondern auch an der zarten Vorsommerstimmung. Und plötzlich war ich nur noch von Urlaubsplanern und Heimatflüchtigen umgeben. Die Einen nach Mexico, die Anderen nach Asien, der Rest nach Malle. Dazwischen ich, die so schrecklich schlau war, sich einen Teil der Prüfungen in die Ferien zu legen und die ohnehin zu wenig Moos für große Reisen hatte. Aber was solls; Bei dem nasskalten Wetter ging mein Schreibtisch nicht unbedingt als die schlechteste Alternative durch.

Die Tage vergingen, die Freunde flogen aus und dann kam Gerd. Die männliche Hitzewelle, mit der keiner mehr gerechnet hatte. Zugegeben, die 3 Tage auf dem Weinturm war bereits ein Traumwetterchen, aber das zählt nicht, weil es entfernungstechnisch schon fast als Urlaub durchgehen kann. Nun hatte es die werte Mutter Sonne jedoch bis ins kühle Siegerland geschafft. Keine schlechte Leistung für eine der regenreichsten Städte der ganzen Bundesrepublik. Und so begann mein 5 tägiger Sommer 2016.

Wie in einem vollgepackten und verplanten Kurztrip holte ich so ziemlich alles raus, was ging. Ich schwamm in der Talsperre – dem wohl größten Naturfreibad unserer Region, tanzte auf zwei Open-Air-Konzerten zu guter Musik, trank kühles Bier aus Plastikbechern, fotografierte alle Speicherkarten bei einem Shootingnachmittag voll und schaffte es zwischendurch noch irgendwie die halbe Evolutionspsychologie zusammenzufassen. Jetzt fühle ich mich ein bisschen wie nach einer ewig langen Nacht ohne Schlaf. Aber mit ganz viel Leben drin. Mein Sommer dieses Jahr? Eine Woche Intensiv-Kur. Und irgendwie finde ich das sogar cooler als 3 Wochen am Strand zu entspannen und die immer gleichen Muscheln zu zählen. Mein Abenteuer gab es diesmal vor der Haustür – Ohne Flugangst, Jetlag und glühende Kreditkarten. Natürlich habe ich nichts gegen Ferien in der großen, weiten Welt einzuwenden. Ich möchte noch unglaublich viel von ihr sehen und erleben, neue Kulturen kennenlernen und spannende Geschichten schreiben. Aber bis es soweit ist, sage ich erstmal „Danke Weinturm und danke Gerd – für 8 Tage Sommer!“

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