Alaaf und Antipasti

Geschichten, Leben

Diese Sache mit dem Karneval ist genauso wie eine Schale voll Oliven. Entweder man liebt es oder man hasst es. Ich hätte zwar nie gedacht, dass ich das mal sagen würde, aber ich muss gestehen: Ich bin verliebt! Sowohl in Alaaf, als auch in Antipasti.

Noch vor wenigen Jahren habe ich mich mit jeder Faser meines Körpers gegen diese Promillegetränkte Happy-Jeck-Veranstaltung gewehrt. Als Kind einer Stadt, die nichtmal rote Nasen tragen würde, war dieser Konfetti-Wahnsinn nie Teil meines Lebens. Doch dann zog ich nach Köln. Kunterbuntes Kontrastprogramm. Die erste Session habe ich noch gekonnt ignorieren und überleben können. Wer sich allerdings an den Eisbären in der Straßenbahn erinnern kann, der hat die ersten Anzeichen bereits gesehen.

Ich glaube, ich wurde infiziert. Mit diesem feucht-fröhlichen Kostümparty-Virus. Ich habe es spätestens in dem Moment gemerkt, als meine Abendunterhaltung von spannenden RTL-Blockbustern plötzlich zu „Karnevalissimo“ auf WDR Köln umgeschwenkt ist. Ich muss sagen, das war gar nicht so übel. Doch das Beste an der jecken Jahreszeit spielt sich nicht auf dem Bildschirm, sondern auf der Straße ab. Wer schonmal Urlaub am Ballermann gemacht hat, kann sich ein ungefähres Bild davon machen, ich hatte bis vor Kurzem allerdings noch keine Ahnung. Karneval ist wie 6 Tage Wochenende. Eine mitreißende Dauerfeier zu Ehren des Lebens. Und irgendwann fragst du dich, was du eigentlich in der Nacht von Donnerstag auf Mittwoch gemacht hast.

Mittlerweile bin ich bestens für jede kölsche Karaokeparty vorbereitet, habe meine Bier-Pong-Fähigkeiten in erstaunlichem Maße ausgebaut und einen riesigen Korb voll Kamelle zu Hause stehen. Die besten Momente sind allerdings die, in denen du eine Woche nach dem Trubel in der Straßenbahn sitzt und die Veedel an dir vorbei ziehen. Die AWB hat meisterliche Arbeit geleistet, doch ein paar letzte Konfetti-Sprenkel halten hartnäckig ihre Stellung. Sie funkeln dich an und als du sie entdeckst, musst du lächeln. In Gedanken wieder die Erinnerung. Aus deinen Kopfhörern spielt immer noch die selbe Playlist, wie vor sieben Tagen, doch du wirst sie nicht leid. Du hast deine Haltestelle fast erreicht, dein Alltag hat dich wieder, aber du schließt noch einmal deine Augen. Der Song endet mit „Liebe deine Stadt“ und du weißt, du tust es. Du liebst diese Stadt und diese Menschen und grinst innerlich vor Vorfreude auf das nächste Fest.
Auf das nächste Mal Alaaf.

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