Kapitel 6: Wilder, wilder Westen

Alaska-Expedition, Unterwegs

Wir sind nun schon seit einer Woche in dem Land auf der anderen Seite der Welt und ich muss sagen: Wir machen das bisher alles sehr gut! Der Auf- und Abbau des Dachzeltes wird so langsam zur Routine, die einzelnen Tagesziele konnten wir immer gut erreichen und insgesamt haben wir uns einfach super eingespielt. Am besten sind wir dabei jedoch in Punkto Improvisation. Wenn der Föhn zu wenig Strom zum Föhnen hat, dann muss eben eine Mütze als Haartrockner herhalten. Und der fehlende Spiegel wird dann kurzerhand durch die getönte Heckscheibe ersetzt. Das Schöne an dieser Einfachheit ist aber, dass man jeden Tag an einem anderen Ort aufwachen kann und dadurch unglaublich viele Menschen mit den unterschiedlichsten Geschichten kennenlernt. 

So haben wir auf einem Campingplatz am See zum Beispiel Joanne und Scott getroffen. Die beiden Kanadier kommen aus Prince George und waren total begeistert von unserer Reise. Wir haben uns mit ihnen einfach über Gott und die Welt unterhalten und hatten schließlich 3 Telefonnummern von den Beiden und das Versprechen auf eine sichere Unterkunft in Prince George, wenn wir aus irgendwelchen Gründen dort stranden würden. 

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To Joanne and Scott: Thanks again for the nice talk and the important information you gave to us! We really made it up to Haines (AK), so far and everything is going well. It was a pleasure to meet you. Best wishes! 🙂 

Am Rande des Feuers

Eine halb-kritische Grenzerfahrung haben wir jedoch auf unserem Weg von Prince George in Richtung Westen machen müssen. Zwar war die Straße unserer geplanten Route frei, sie führte uns jedoch direkt durch Frazer Lake, einen Ort am Rande des Feuers, der nur einen Tag vorher komplett evakuiert war. Wir standen also an dieser Tankstelle, über uns ein glutroter Himmel und auf dem Auto sammelte sich langsam eine Schicht aus Asche. Dieses Gefühl von filmreifer Endzeit-Stimmung war mir bis zu diesem Zeitpunkt völlig neu und ich werde es auch sicher nicht mehr vergessen. Wir hoffen das Beste für die Menschen, die um ihr Zuhause bangen müssen und drücken die Daumen, dass das 100.000 Hektar große Feuer, von dem wir nur 5 Kilometer entfernt waren, nicht noch mehr Schaden anrichtet! 

Hinter dem Rauch

Nach nur einer Stunde Fahrt klarte der Himmel wieder auf und die Landschaft wurde in goldenes Sonnenlicht getaucht. So konnten wir ohne weitere Probleme unseren Weg nach Westen fortsetzen und die bezaubernd schöne Wildnis von British Columbia bestaunen… 

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Wo die kleinen Hobbits wohnen

Ich habe das Gefühl, dass sich die Landschaft hier mit jedem Kilometer fast grundlegend ändert. Haben sich eben noch die hohen Gräser sacht im Winde gewogen, fahren wir im nächsten Moment plötzlich durch gigantische Schluchten mit verwunschenen Wäldern, die im Nebel verschwinden. Und so habe ich bei den folgenden Bildern fast schon darauf gewartet, dass kleine Hobbits aus den Wolkenbergen springen und vor uns über die Straße laufen. 😉 

Auf Augenhöhe mit dem Salmon Glacier

Ganz tief im wilden Westen, hinter einer Geisterstadt namens Hyder, haben wir dann schließlich unser Ziel erreicht: den beeindruckenden Salmon Glacier, für den sich wirklich jede Kurve auf diesem endlosen Highway gelohnt hat. Majestätisch schiebt sich das uralte Eis zwischen den Bergen hindurch und offenbart ein einmaliges Naturerlebnis. Auf den 1.200 Metern Höhe haben wir dann zufällig noch andere Deutsche getroffen und wahnsinnig viele Fotos gemacht. Getoppt wurde das Ganze dann nur noch durch die Tatsache, dass wir mit diesem Panorama vor Augen in unserem Dachzelt eingeschlafen sind und ich so das erste Mal in meinem Leben eine Nacht auf einem Gletscher verbracht habe. Definitiv ein unvergessliches Erlebnis! 

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Das bisschen Regen…

Unser Weg führte uns dann schließlich weiter den Cassiar Highway hinauf in Richtung Yukon. Und bis auf ein kleines bisschen Regen hatten wir auch wirklich Glück mit dem Wetter. Wobei das leichte Nieseln kombiniert mit den bereits verfärbten Blättern an den Bäumen immer mehr nach der Jahreszeit aussieht, die ich so sehr liebe! Alles in Allem ist British Columbia bisher also traumhaft schön, aber der Herbst im Yukon ist nochmal eine ganz andere Sache… Davon erzähle ich euch jedoch das nächste Mal – Bis bald! 🙂

4 Gedanken zu “Kapitel 6: Wilder, wilder Westen

  1. Na da erlebt ihr viel neues und sehenswertes , und die Gegensätze sind ja echt krass !! Für uns geht es 10 Tage auf die Kanaren, verfolge euer treiben trotzdem , alles gute und bleibt gesund , Gruß Thomas

  2. Lieber Frank, gigantische Eindrücke die schon die Bilder transportieren! Es muss unglaublich schön sein das zu erleben!
    Danke fürs Teilhaben lassen. Ich bleib dran.
    Beste Grüße aus dem heute etwas grauen Siegen an Euch,

    1. Lieber Matthias, Vielen Dank, es ist wirklich beeindruckend hier! Freuen uns riesig über die große Resonanz und werden weiterhin berichten. Liebe Grüße nach Deutschland!

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