Kapitel 12: Wo die wahren Cowboys wohnen

Alaska-Expedition, Unterwegs

Für den Rückweg durch Kanada entschieden wir uns diesmal für eine etwas andere Route im Vergleich zu der, die wir vor 2 Wochen gefahren waren. Der Grund dafür war Dawson City, die Stadt in der es den Zeh im Whiskey gab und die deswegen schon länger auf unserer To-Do-Liste stand. Natürlich hatte ich mir Dawson City eher rustikal, als Großstadt-mäßig vorgestellt, aber was uns dort erwartete war, dann doch irgendwie ganz anders. Die „Stadt“ lässt sich am besten als ein 1A-Wild-Western-Filmset beschreiben. Wenn man dort über die staubigen Straßen läuft, rechts und links Saloons und Bars, dann wartet man an der nächsten Ecke wirklich nur noch auf den rollenden Busch und das beliebte Schießduell. In Dawson City liegt die tragende Mundharmonika-Musik förmlich in der Luft und wenn es irgendwo noch wahre Cowboys gibt, dann hier!

P.S.: Der Cocktail mit dem Zeh (den berühmten Surtoe-Cocktail) haben wir tatsächlich getrunken und sind jetzt im erlesenen Club der verrückten Menschen, die sich einen wahnsinnig starken Whiskey runterkippen, nur um den schrumpeligen Zeh an den Lippen zu spüren.

Das Ziel der nächsten Tagestour hieß Watson Lake, wo wir schließlich nach acht langen Stunden im strömenden Regen ankamen. Um wenigstens ein bisschen trockene Füße zu bekommen, den üblichen Bürokram zu erledigen und auch weil ich nach einigen frostigen Nächten im Zelt etwas erkältet war, beschlossen wir, uns ein Hotel für die kommende Nacht zu suchen. Leichter gesagt, als getan. Überall, wo wir nach einer Unterkunft fragten, begegneten uns die Menschen an der Rezeption nur mit Unfreundlichkeit und überteuerten Preisen. Der letzte Anlaufpunkt war die historische  Air Force Lodge am Ortsausgang von Watson Lake. Und besser hätte es uns wirklich nicht treffen können. Das komplett restaurierte Gebäude wird von einem herzlichen Deutschen und seiner Frau sehr liebevoll geführt und bot uns neben langen Gesprächen einen gemütlichen Unterschlupf für die nasse und kalte Nacht.

Am nächsten Morgen besuchten wir noch den berühmten Sign Post Forest in Watson Lake, ein wahrer Wald aus Schildern. Dort schraubten wir auch unsere eigens aus Deutschland mitgebrachten alten Kennzeichen an und hinterließen so ein kleines Stückchen Heimat in diesem weiten und großen Land. Wobei ich allerdings zugeben muss, dass sich der Schilderwald schon ziemlich nach zu Hause angefühlt hat, da hier unfassbar viele deutsche Kennzeichen und Ortsschilder vertreten waren. Aber macht euch mit den folgenden Fotos am besten selbst mal ein Bild…

Von Watson Lake aus ging es über den Cassiar Highway zurück in den Süden, wo wir am zweiten Abend in Williams Lake übernachteten, ein Ort, der mir bereits auf dem Hinweg sehr gut gefallen hatte. Dabei stolperten wir auch über das Gelände des berühmten „Williams Lake Stampede“, wo jedes Jahr im Juli ein gigantisches Rodeo-Festival stattfindet.

Mittlerweile sind wir wieder in Vancouver angekommen, doch von diesem letzten Teil der Reise erzähle ich euch das nächste Mal…

Bis bald! 

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