Welt der Wunder

Leben, Poesie, Unterwegs 21. Dezember 2018

Es ist mal wieder so weit: Das Jahr neigt sich dem Ende zu und jeder beginnt zwischen dem ganzen Weihnachtsgeschenke-Trubel darüber nachzudenken, was 2018 alles so passiert ist…

War es ein gutes Jahr?
Eines, das alles verändert hat?
Ein durchwachsenes oder gar schweres Jahr?
Oder war es ein Jahr, das einfach nur eines von vielen bleibt?

Mein 2018 könnte ich rückblickend wohl am besten als schwindelerregenden Höhenflug bezeichnen. Es war wie eine Reise von einem Ende zum nächsten Anfang und im Herz des Ganzen erlebte ich die größte Reise von allen. Als dieses Jahr noch in seinen Kinderschuhen steckte, steckte auch ich fest: In viel zu viel Literatur für ein Projekt namens „Bachelorarbeit“, das anfangs einfach völlig unmöglich erschien. Im April war es dann aber tatsächlich geschafft und genau 2 Wochen nach dem Ende der Regelstudienzeit verabschiedete ich mich von meinem Studentenleben.

Mit der letzten Prüfungsleistung gab ich auch den Schlüssel zu meiner ersten eigenen und heiß geliebten Wohnung in Köln ab, packte 4 Jahre Studentenbude in Umzugskartons und kehrte zurück in mein altes Kinderzimmer nach Siegen. Was sich zunächst wie ein gewaltiger Rückschritt anfühlte, war in Wirklichkeit die beste Lösung für mein Praxisjahr, welches nun vor mir lag.

Da ich nach der Schule direkt in Uni Nummer 1 und von dort aus ohne Umschweife in Uni Nummer 2 gestolpert war, wollte ich an dieser Stelle einfach mal eine Pause von der ganzen Theorie einlegen. Mein Plan: Ein Praktikum und die Reise meines Lebens.

Im Mai begann ich dann meine Arbeit im Regionalmarketing der Südwestfalen Agentur. Bis heute bringt mich dieser Job immer näher an die Themenfelder ran, die ich 2019 in meinem Masterstudium vertiefen möchte.

Im August und September legte ich jedoch eine 8-Wöchige Praktikumspause ein, um zusammen mit meinem Vater und unserem Amarok „Amadeus“ das Land unserer Träume zu entdecken: ALASKA. Wenn ich an dieser Stelle nochmal auf die 14 Kapitel unserer Expedition mit all den unvergesslichen Erlebnissen zurückblicke, fängt mein Herz immer noch wie wild an, zu hüpfen.

Nach der Reise folgte meine erste Foto- und Video-Präsentation, die mindestens genauso aufregend wie unser Alaska-Abenteuer selbst war. Nie hätte ich für möglich gehalten, dass sich so viele mir unbekannte Menschen dafür interessieren, was Vater und Tochter am anderen Ende der Welt erlebt haben.

Mittlerweile bin ich wieder vollkommen im Alltag gestrandet und arbeite an einem gigantischen Fotobuch, was hoffentlich irgendwann mal in meinem Regal stehen wird. Doch ich bin nicht genau so gestrandet, wie ich vor knapp 365 Tagen los geschwommen bin. Tief in mir regt sich ein Gefühl der Veränderung. Etwas, das 2018 in mir bewegt hat.

Seit ich denken kann, hatte ich eher Heim-, statt Fernweh. Zu Hause war für mich der schönste Ort der Welt und große Reisen waren immer auch mit großen Ängsten verbunden. Doch seit Alaska keimt eine Sehnsucht in mir, die Tag für Tag größer wird. Ich habe einen Blick auf die Wunder dieser Erde werfen können und ich möchte noch mehr davon sehen. Der Weltentdecker in mir wird mutiger und wartet bereits auf das nächste Abenteuer.

Wahrscheinlich bin ich damit aber ein totaler Spätzünder. Die meisten Menschen meiner Generation haben diese Aufbruchstimmung direkt nach dem Schulabschluss verspürt und begaben sich deswegen auf Selbstfindungsreise nach Australien. Ich weiß nicht, wen oder was sie tatsächlich dort gefunden haben, aber ich glaube, dass es jetzt auch für mich an der Zeit ist, die Suche zu beginnen. Vielleicht habe ich auch viel zu lange damit gewartet.

2018 hat mir ein erstes Glitzern dieser wunderschönen Welt da draußen gezeigt und 2019 behalte ich meine Entdeckerschuhe an. Ich möchte mehr sehen und dadurch verstehen. Egal ob in der Ferne oder direkt vor der Haustür. Ich möchte mein Leben zu einer Reise machen und die kleinen Glücksmomente am Wegesrand sammeln. Ich möchte träumen und leben. Unterwegs sein und ein zu Hause haben.

Ich möchte wandern. In einer Welt der Wunder. 

 

von

Bloggerin, Fotografin und Geschichtenerzählerin. Entdeckerin in einer Welt voller Wunder.

Comments 3

  1. Nordmann says on 24. Dezember 2018

    Hallo , sehr schön auf den Punkt getroffen 😎👍 Wünsche jetzt Dir und deinem Papa und deiner ganzen Familie ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und alles Gute und Beste für 2019 !! Hab mich gefreut das Du geschrieben hast und halte mich weiter auf dem Laufenden . Grüße von Thomas aus Wolfsburg

    • lenalichtkind says on 24. Dezember 2018

      Vielen Dank für die lieben Worte! Ich wünsche dir und deinen Lieben auch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. 🙂 Ich freue mich über jeden treuen Leser. Liebe Grüße aus Siegen, Lena

  2. Ecki Braun says on 27. Dezember 2018

    Hallo liebe Lena, ich habe viele Deiner feinen Beiträge gelesen, bin in Gedanken mit auf Deiner tollen Reise gewesen. Wann fotografieren wir zusammen? Auch mein Fotostudio steht bereit. Alle guten Wünsche, viele schöne Erlebnisse und Studienerfolg wünscht. Ecki der Braunbär
    aus Duisburg, Papa von Dominik
    http://www.flickr.com/photos/grafikecki

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