Die weiße Insel

Bella Italia, Poesie, Unterwegs 4. September 2019

An unserem vorletzten Tag in Bella Italia spazierten wir bereits früh am Morgen die kurvige Kopfsteinpflasterstraße zum Hafen von Sorrent hinunter, um dort die erste Fähre auf eine ganz besondere Insel zu bekommen. Geplant war ein Tagesausflug zu dem felsigen Eiland der Schönen, Reichen und ganz schön Reichen.

Gemeint ist natürlich die Insel Capri, die wohl schickste Perle vor der Amalfiküste, deren weiße Häuser und türkisblaue Buchten einem edlen Hochglanzmagazin entsprungen sein könnten.

Trotz meiner Abneigung gegenüber schaukelnden Schiffsreisen, freute ich mich auf einen Inseltag voller Sonne, Souvenirs und traumhafter Aussichten. Nach einer relativ kurzen Überfahrt erreichten wir die begrünten Felswände an der Küste von Capri, in denen es nur so von Möwen wimmelte. Kreischend zogen sie ihre Kreise und passten in ihren weißen Kleidern perfekt zu der sommerlichen Schönheit, die uns hier umgab.

Nachdem wir in ein kleineres und leider auch viel wackligeres Boot umgestiegen waren, umrundeten wir die komplette Insel und bekamen so einen überaus fotogenen Ausblick auf die verschiedenen Seiten von Capri. Dabei durchquerten wir auch einen markanten Felsbogen im Wasser, der sich wie ein Wahrzeichen vor der Küste erhob.

Weil der Meeresspiegel an diesem Tag zu hoch war, konnten wir die berühmte Blaue Grotte leider nicht besuchen, was die ganze Bootstour aber nicht weniger eindrucksvoll machte.

Als ich dann schließlich wieder festen Boden unter den Füßen und ein nicht mehr ganz so flaues Gefühl in der Magengegend hatte, fuhren wir mit dem Taxi über abenteuerlich enge Bergstraßen nach Anacapri hinauf. Dort erwartete uns ein weiterer Reiseführer-Tipp in Form einer Seilbahn, die uns auf den höchsten Gipfel der Insel brachte.

In einem gemütlichen Tempo schwebten wir dabei über Gärten und wilde Felslandschaften hinweg, während ich mich entspannt zurücklehnte und das traumhafte Panorama genoss.

Oben angekommen offenbarte sich uns ein paradiesischer Anblick. Das tiefe Blau des Meeres, die strahlende Sonne, die rauen Felsklippen,
das satte Grün der Pflanzen und die kleinen weißen Häuser unter uns – Das Alles gab mir das Gefühl, als sei ich geradewegs Teil dieses sommerlich perfekten Kokospralinen-Werbespots geworden.

Und auch wenn die meisten Geschäfte auf Capri hoffnungslos überteuert waren, ich mir einen gewaltigen Sonnenbrand eingefangen hatte und die Bootsfahrt zurück nach Sorrent bis an die äußerste Grenze meiner Seekrankheit ging, hat es sich für diesen hier Ausblick hundertfach gelohnt.

Nachdem der Lift uns wieder sicher und gemächlich zurück nach Anacapri gebrachte hatte, verbrachten wir die restliche Zeit bis zur Abfahrt unserer Fähre damit, einen Teil der Insel zu Fuß zu erkunden.

Dabei schlenderten wir durch winzige Gässchen, entdeckten einen Blumengarten mit Meerblick und genossen einen Eiscafé an der Hafenpromenade.

Nach einem langen Tag voller Eindrücke und Inselromantik erreichten wir schließlich wieder unser kleines Küstenstädtchen Sorrent.

Die Sonne tauchte den Abend in goldenes Licht, während sich der Urlaub so langsam aber sicher dem Ende zuneigte. Und so fielen wir das vorletzte Mal in unser gemütliches Bett an der Amalfiküste. Müde und mit einer leichten Prise Meersalz auf der Haut.

Fortsetzung folgt …

von

Bloggerin, Fotografin und Geschichtenerzählerin. Entdeckerin in einer Welt voller Wunder.

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