Wandern im Ruhrgebiet

Leben, Poesie, Unterwegs 30. Mai 2020

Eigentlich hätte ich jetzt unseren Amadeus mit Dachzelt gepackt und mich zusammen mit meinem Freund auf den Weg nach Slowenien gemacht. Doch eine weltweite Ausnahmesituation ist unserem Camping-Abenteuer in die Quere gekommen. Also habe ich stattdessen in neue Sommerwanderschuhe investiert und mich auf eine Entdeckungsreise durch das Ruhrgebiet begeben…

Seit einem guten Jahr wohne ich jetzt hier im grünen Pott, aber viel weiter als bis an die Ruhr, habe ich es in dieser Zeit noch nicht geschafft. Das soll sich nun mit Hilfe eines Post-it-gespickten Wanderführers ändern.

Ihr wisst ja, ohne Plan und Büchlein ziehe ich selten los...

Meine erste Tour führt mich durch die Westruper Heide und damit mitten in den Naturpark Hohe Mark hinein.

Schon von Weitem umfängt mich der himmlische Kiefernduft und mit dem feinen Sand unter meinen Füßen fühlt sich dieser Ausflug viel mehr nach Urlaub an, als ich vorher gedacht hätte. Der Tag ist sehr sommerlich für Ende Mai und die Nachmittagssonne bringt mich schnell ins Schwitzen. Zum Glück geht es nach der Heide durch ein kleines Waldstück, wo mir der Schatten der Bäume eine angenehme Kühle verschafft.

Im Vorhinein hatte ich mir die GPS-Daten der geplanten Tour auf mein Handy geladen und kann den Weg nun ziemlich genau auf einer Karten-App mitverfolgen. Schon nach dem ersten Kilometer bin ich froh darüber, denn so manchen Trampelpfad hätte ich sonst vermutlich verpasst.

Als ich aus dem kleinen Waldstück heraustrete, glitzert mir schon das Wasser des Halterner Stausees entgegen. Einige Segelboote und Kajaks schippern bereits ins Wochenende und auf der Uferpromenade begegnen mir viele Fahrradausflügler mit Picknickkörben.

Doch schnell lasse ich den Trubel wieder hinter mir, als ich den kleinen Pfad einschlage, der sich an der Stever entlang schlängelt. Der Wegesrand ist gesäumt mit Wildblumen und zuckersüße Vierbeiner grasen neben mir in der Sonne.

Die letzte Etappe führt zwischen dem Wesel-Datteln-Kanal und der Lippe hindurch und gibt mir mit den weitläufigen Kornfeldern eher das Gefühl von ländlicher Idylle, als von „mitten im Ruhrgebiet“. Aber genau das wollte ich ja schließlich entdecken: Die Überraschungen, die unerwarteten Oasen und die stillen Pfade meiner neuen Heimat.

Ziemlich glücklich und auch ein bisschen stolz komme ich nach 11 Kilometern wieder an meinem Ausgangspunkt an. Mittlerweile merke ich jeden untrainierten Muskel in meinem Körper, an meinen Knöcheln klebt Sand und ich sehne mich nach einer frischen Dusche – Aber ich möchte das unbedingt nochmal machen.

Direkt vor meiner Haustür warten noch viele unentdeckte Wege und Slowenien ist nächstes Jahr schließlich auch noch da!

von

Bloggerin, Fotografin und Geschichtenerzählerin. Entdeckerin in einer Welt voller Wunder.

Comments 2

  1. Thomas Krumm says on 1. Juni 2020

    Topp 😎👍ja man kann auch zu Fuß sehr schöne Dinge in der Landschaft entdecken , wir waren gestern im Harz gewesen , mit Freunden wandern , quatschen und grillen , nach gut 4 Stunden und ca 12 km hat man auch gemerkt das es mehr Muskeln gibt als man denkt , obwohl wir ja in freier Zeit viel laufen und spazieren gehen aber in der Ebene gehen is doch was anderes als wenn man in den Bergen wandert. Wünsche dir weiterhin alles Gute und freu mich immer über deine Reportagen . Grüße an dich und deinen Papa von Thomas aus Wolfsburg 😎👍

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