Die hohe Küste

Nach einem letzten Frühstück in der Hauptstadt folgten wir der Küstenstraße weiter in Richtung Norden. Wir hatten zwar keine feste Reiseroute, aber wenn wir später entspannt durchs Landesinnere zurückfahren wollten, musste heute der Tag sein, an dem wir uns wieder nach Süden wenden.

Die letzte Etappe bis zum höchsten Punkt unseres Roadtrips.

Ich hatte im Vorhinein keinen festen Ort zum Umdrehen ausgesucht, allerdings heimlich gehofft, dass wir es bis zur „hohen Küste“ und damit bis zur schwedischen Ausgabe der Golden Gate Bridge schaffen würden – die Högakustenbron.

Als ich dann am späten Nachmittag hinterm Steuer saß, waren wir nur noch 1,5 Stunden von diesem Ziel entfernt. Wie bereits an dem Morgen in Møn hatte ich einfach das Gefühl, dass es sich lohnen würde, noch weiter zu fahren. Also ließen wir trotz des langen Tages im Auto den ausgesuchten Schlafplatz an uns vorbeiziehen, um der Högakustenbron doch noch einen Besuch abzustatten.

Und auch diesmal war ich zutiefst dankbar für dieses Bauchgefühl,
denn einen perfekteren Wendepunkt für unsere Reise hätten wir uns nicht aussuchen können!

Ein bisschen erschöpft, aber glücklich erreichten wir dann etwas später
als ursprünglich gedacht den kleinen Platz mit Feuerstelle am See,
den ich für die heutige Nacht auserkoren hatte.

Ein stiller Regen rieselte vom Himmel, während wir das erste Mal
in diesem Urlaub ein richtiges Lagerfeuer entfachten.

Nach einer kalten, aber unglaublich stillen Nacht stand der nächste Morgen ganz im Zeichen von Papas Wunschliste für diesen Roadtrip: Es ging nach Gränsfors, den Ort, an dem seine geliebte schwedische Axt hergestellt wird.

Corona bedingt war das Werk leider geschlossen, als wir dort ankamen, doch das Glück war dennoch auf unserer Seite.

In der kleinen Besucherschmiede war ein junger Schmied nämlich gerade dabei, an seinem eigenen Axtprojekt zu arbeiten und lud uns herzlich dazu ein, ihm währenddessen über die Schulter zu schauen.

Auf dieses Erlebnis folgten lange Straßen durch verregnete Wälder, Zimtschnecken-Pausen in kleinen Kaffeestuben sowie eine weitere kalte Nacht im Zelt.

Der nächste Morgen weckte uns mit dem lang ersehnten Sonnenschein und führte uns zurück zu einem bunten Trubel, den wir am Vortag zufällig entdeckt hatten: Wir hatten die Nacht nämlich in der Nähe von Rättvik verbracht – DER Adresse für ein gigantisches Oldtimer-Festival, das das beschauliche Örtchen jedes Jahr in einen Ausnahmezustand versetzt.

Wie der Zufall es so wollte, waren wir also genau zur richtigen Zeit hier aufgetaucht und so verbrachten wir den Vormittag einfach nur damit, die skurrilen und knatternden Fahrzeuge dabei zu beobachten,
wie sie ihre Kreise zogen.

Fortsetzung folgt …

3 Kommentare

  1. Thomas Krumm sagt:

    Hallöchen , immer wieder Danke und weiter so für Deine Reportagen und Dir und Deiner Familie Fröhliche und besinnliche Weihnachten. Gruß Thomas , aus Wolfsburg.

    1. Vielen Dank, das freut mich! Frohe Weihnachten !

  2. Thomas Krumm sagt:

    Topp 😎👍

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s