Winterzauber in Südfinnland

Das Eis knistert unter den Rädern unseres Flugzeugs, als wir in Helsinki landen. Ich schaue aus dem kleinen Fenster und das Erste, was ich erkennen kann, ist Schnee. Dann öffnen sich die Türen und eine trockene Kälte umfängt mich.

Mit dem Zug geht es schließlich weiter ins Zentrum der finnischen Hauptstadt. Es ist gerade einmal früher Nachmittag, doch die Dämmerung senkt sich bereits über die Landschaft. Ich betrachte die an uns vorbeiziehende Welt aus Eis und Dunkelheit und bekomme eine leise Ahnung davon, was uns hier in den nächsten Tagen erwarten wird …

Aber beginnen wir von vorn und vor allem mit dieser einen Frage:

Warum fährt man im Winter nach Finnland?

Als sich meine Mutter und ich für diesen Kurztrip ins verschneite Skandinavien entschieden haben, haben wir ehrlich gesagt nicht lange darüber nachgedacht. Und ich glaube, das war auch gut so. Denn hätten wir uns im Vorfeld genauer überlegt, wie sich -17°C und maximal 5 Stunden Tageslicht wirklich anfühlen, wären wir vielleicht lieber in den Süden gefahren. Dabei kann der Winter in Finnland so viel mehr sein, als nur kalt und dunkel!

Die funkelnden Lichterketten in den Straßen und Häusern, der goldene Schein der tief stehenden Sonne, die tanzenden Eiskristalle in der Luft und die endlose Weite der dunklen Wälder – Das alles sorgt für eine fast schon magische Stimmung und macht die Wintermonate vielleicht doch zur idealen Reisezeit im hohen Norden.

Der erste Streifzug durch die Straßen der Hauptstadt
Mittagspause in der historischen Markthalle
Die ersten – und letzten – Sonnenstrahlen des Tages

Eine Insel mit Geschichte

Nachdem wir die ersten Tage größtenteils damit verbracht haben, die berühmten, versteckten und schmackhaften Ecken von Helsinki zu erkunden, zieht es uns an diesem Morgen auf die neblige Ostsee hinaus. Das Ziel der kurzen Überfahrt ist Suommenlinna, eine geschichtsträchtige Insel vor der Küste der finnischen Hauptstadt.

Im Schneegestöber stapfen wir durch die stillen Zeugen einer anderen Zeit und genießen die Abgeschiedenheit eines Ortes, der im Sommer von zahlreichen Tagesausflüglern in Beschlag genommen wird.

Kurz bevor wir uns wieder auf die Rückreise ins quirlige Hauptstadtleben machen, bricht die Wolkendecke schließlich auf und schenkt uns ganze 20 Minuten Sonnenlicht.

Zwanzig Minuten, in denen mein Fotografinnenherz wahre Luftsprünge unternimmt!

Der beste Ausklang dieses eindrucksvollen Tages

Ein Hauch von finnischer Wildnis

Aus 20 Minuten Sonnenschein werden am nächsten Tag sogar volle fünf Stunden – Ideale Voraussetzungen also für einen Ausflug in den Nuuksio Nationalpark. Mit Hilfe der wohl zuverlässigsten öffentlichen Verkehrsmittel, die ich je erlebt habe, erreichen wir die winterliche Wildnis vor den Toren von Helsinki.

In einer Auffangstation, die sich um verletzte und schlecht behandelte Rentiere kümmert, dürfen wir die süßen Gefährten des Weihnachtsmannes näher kennenlernen und mit Moos und Flechten füttern. Anschließend wandern wir über die weißen Weiten eines zugefrorenen Sees und bekommen dadurch einen ersten Hauch des wahren Finnlands zu spüren – wild, magisch und unfassbar schön!

Küstenromantik in Porvoo

Ein Ort, der auf keiner Reiseroute durch Südfinnland fehlen sollte, ist das zauberhafte Küstenstädtchen Porvoo. In der Altstadt scheinen sich die Uhren langsamer zu drehen, eine stille Gemütlichkeit hat sich zusammen mit dem Schnee über die Straßen gelegt.

Den leckersten Kuchen gibt es im Café Helmi, die schrägsten Andenken in den Boutiquen rund ums Rathaus und das beste Licht hat definitiv der Winter zu bieten.

Abschied von der Hauptstadt

Die letzten Tage unserer Reise verbringen wir schließlich wieder im Herzen von Helsinki.

Und auch wenn ich so langsam an die Grenzen dessen komme, was ich alles über- und untereinander ziehen kann, um warm zu bleiben, ist eines völlig klar: Im Winter nach Finnland zu fahren war eine gute Idee!

Vielleicht gibt es sogar keine bessere Jahreszeit, um den Norden Europas in seiner vollen Schönheit zu erleben.

2 Kommentare

  1. Manfred Thomas Krumm sagt:

    Hallo , sehr schöne Reisereportage und noch schönere Bilder , macht Lust auf’s Hinfahren und selbst erleben , weiterhin alles Gute und Grüße aus Wolfsburg !! Übrigens…ich will auch solche Handschuhe haben !! Tschaui Thomas

    1. Vielen Dank! Ja, die Reise kann ich nur weiterempfehlen. 🙂 Und die Handschuhe würden dir gewiss gut stehen! ;D
      Liebe Grüße!

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