Kapitel 1: Der Anfang einer Reise

Es ist ein später Mittwoch-Nachmittag Ende Juni, als wir uns nach langer Fahrt endlich dem Ziel nähern. Während die Sonne noch immer von einem wolkenlosen Sommerhimmel brennt, erscheinen vor uns die bunten Stahl-Skelette zahlreicher Verladekräne am Horizont. Wir schlängeln uns an unzähligen Autos und Containern vorbei, lassen Schiffe so groß wie Einkaufszentren hinter uns und kommen irgendwann vor einer unscheinbaren Schranke mitten im Herzen des Überseehafens von Bremerhaven zum Stehen. Von da an verbringen wir unsere nächste Stunde damit, den richtigen Menschen die wichtigen Papiere vorzuzeigen, um anschließend in der vorgesehenen Reihe einen Platz für unser Auto zu finden. Und als wir ihn schließlich so stehen lassen, mit dem Schlüssel im Schloss und dem Zelt auf dem Dach, da begreife ich, dass wir das Alles hier wirklich tun. Aus dem Traum von damals ist ein Plan geworden und mit jedem Schritt, den wir uns weiter von unserem Pick-Up entfernen, kommen wir dem größten Abenteuer meines Lebens ein Stückchen näher. 

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Ming Stadt

Mein liebes Köln, wir müssen mal reden! 

Was hast du bloß mit mir angestellt? Ich streife nun schon fast fünf Jahre durch deine Straßen und nie hätte ich mir auch nur zu träumen gewagt, dass man sich so hoffnungslos verlieben kann. In eine Stadt. Und dass sich ein einfacher Umzug, ein Tapetenwechsel wie jeder andere, so schrecklich schwer anfühlen wird. Dieser Text hier ist also nur für dich, du zauberhaftes Fleckchen Erde. Weil du mir gezeigt hast wie man vertraut, lacht, lernt, liebt, weint, vermisst, verzweifelt, verzeiht, Grenzen überwindet und eine Heimat findet. Und weil ich in diesen letzten 4 1/2 Jahren endlich begriffen habe, was es bedeutet, wirklich zu leben. Danke dafür. Die folgende Geschichte gehört nur uns.

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Und morgen die Zukunft

Was machst du, wenn die Zukunft plötzlich morgen ist?

Ich bin ein liebevoller Alles-Planer. Stunde um Stunde kann ich damit verbringen, mir alles bis ins kleinste Detail zu zerlegen und durchzudenken. Blitzeblank polierte Luftschlösser – Das Thema hatten wir bereits. Aber was passiert, wenn diese Schlösser auf einmal nicht mehr so wolkig weich in weiter Ferne liegen? Wenn das Denken ein Ende hat und nach Taten verlangt wird? 

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Et jitt kei Wood

Seitdem ich vor drei Jahren von zu Hause ausgezogen bin, führe ich ein Nomadenleben. Familie da, Liebster dort und Freunde überall verstreut.
Ich befinde mich auf der Durchreise. Und das ist nicht gerade die beste Voraussetzung für weitreichende soziale Beziehungen. Vor allem an einer Universität, die mehr als 50.000 junge Menschen zählt, sind enge Freundschaften eine Seltenheit. Jedes Semester habe ich andere Kurse mit immer anderen Leuten. Und jeder von ihnen ist auf der Durchreise wie ich. Ähnlich wie in einem Ferienlager lernen wir uns kennen, haben uns gern und nach ein paar Wochen wieder vergessen. Nur mit dem Unterschied, dass es kein Nachtreffen gibt. Mir sind diese kurzweiligen Gemeinschaften nie leicht gefallen. Freundschaften auf Zeit sind nicht mein Ding. Was immer fehlte, war das Ankommen und zu Hause sein – Eine Auszeit vom Reisen.

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Hej Hej

Oder: Eine Woche Stockholm to go.

Zuerst war es nur so eine Ahnung. Ein paar Hinweise hier und da – kein auffälliges Muster. „Das kann auch Zufall sein“, redete ich mir ein. Doch der Gedanke nagte an mir und ließ mich nicht mehr los. Aber wenn ich Recht hatte mit meiner Vermutung, wie sollte ich sie nur begründen können? Ist es ein natürliches Phänomen? Eine Gesetzmäßigkeit? Nur eine Phase oder gar eine Verschwörung? Mittlerweile kann es fast kein Zufall mehr sein und ich glaube, mit immer stärker werdender Sicherheit sagen zu können:

Alle fahren nach Schweden.

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Ein Kind des Lichts

“ Tu, was du liebst und liebe, was du tust.“

Nichts könnte meine Arbeit besser beschreiben. Ich fotografiere seit ich als kleiner Pöks diesen analogen Knipser geschenkt bekommen habe – Mit Batterien und 36er Farbfilm. Mein Heiligtum. Die Welt kam mir vor, wie eine Schatzkammer voller funkelnder Diamanten und ich konnte sie plötzlich einfangen und in 10×15 über mein Bett hängen. Diese ersten Bilder waren nicht immer scharf, manchmal konnte man nur mit viel Fantasie das eigentliche Motiv erkennen und viele waren so schief, wie der Turm von Pisa. Aber für mich bedeuteten sie Erinnerung und beschrieben die herrlichsten Momente meiner kleinen perfekten Kinderwelt.

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