Tief im Westen

… Wo die Sonne verstaubt.

Nein. Das war einmal.
Mittlerweile hat sich der graue Pott in ein grünes Fleckchen Erde verwandelt, das auf seine ganz eigene Weise ziemlich zauberhaft ist.

Gut 6 Wochen ist es nun her, dass mein neues Studentenleben mich nach Bochum gezogen hat. Mein Personalausweis ähnelt damit zunehmend einer voll plakatierten Litfaßsäule, da mir dieser Umzug bereits den dritten „Adress-Änderungs-Aufkleber“ beschert hat.

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Leise Reise

Es gibt viele Arten zu reisen.

Zum Beispiel als Entdecker, einfach so mitten hinein ins Blaue und Unbekannte. Oder als perfekt vorbereiteter Tourist, der alle möglichen Reiseführer schon 2 Monate im Voraus vollständig inhaliert hat. Man kann auch ganz leise reisen. Ohne viel Aufsehen. Wie ein stiller Beobachter aus dem Schatten heraus. Und dann gibt es natürlich noch die absoluten Individualisten. Das sind die, die aus jedem Moment etwas ganz Besonderes machen wollen. Die dahin reisen, wo es anderen zu unbequem wird. 

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Von Reue bekommt man Falten

Je älter man wird, desto mehr Verantwortung lastet plötzlich auf den zarten Schultern. Es geht nicht mehr nur um die Frage, wer die letzten Hausaufgaben gemacht hat oder wie man die unverhoffte Freistunde am besten nutzen könnte. Auf einmal machen wir uns Sorgen um den Kontostand, den leeren Kühlschrank, die schmutzige Wäsche oder sogar um die Zukunft. Denn die Entscheidungen, die wir treffen, tangieren plötzlich auch die Menschen in unserer Umwelt. Das lässt die Konsequenzen, die wir Tag für Tag tragen müssen, immer schwerer erscheinen. 

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Heute für immer

Die Zeit fliegt an mir vorbei.
Viel zu schnell vergehen die Nächte, die doch gerade erst dabei sind, länger zu werden. Kaum zu glauben, dass schon fast die Hälfte von diesem Jahr hinter uns liegt. Irgendwie ist das mit all den guten Dingen so. Die zauberhaften Goldmomente sind flüchtig – ein kurzes Glitzern, das sich nicht einfangen lässt.
Und mitten in diesem Funkeln stehe ich da und versuche, das Glück zu halten.

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Und morgen die Zukunft

Was machst du, wenn die Zukunft plötzlich morgen ist?

Ich bin ein liebevoller Alles-Planer. Stunde um Stunde kann ich damit verbringen, mir alles bis ins kleinste Detail zu zerlegen und durchzudenken. Blitzeblank polierte Luftschlösser – Das Thema hatten wir bereits. Aber was passiert, wenn diese Schlösser auf einmal nicht mehr so wolkig weich in weiter Ferne liegen? Wenn das Denken ein Ende hat und nach Taten verlangt wird? 

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Barfuß

Wenn du nicht mehr weißt, wie es weitergehen soll, dann frage dich, warum du angefangen hast.

Wir alle kommen irgendwann einmal an diesen Punkt, wo sich die Zahnräder plötzlich aufhören zu drehen. Nichts will mehr so richtig gelingen und die Zweifel, die du eigentlich schon längst begraben hattest, finden ihren Weg zurück ans Tageslicht. Stillstand.

Besonders in Zeiten von Social Media und weltweiter Vernetzung scheint es beinahe unmöglich, nicht nur Eine unter Vielen zu sein. Permanente Vergleichbarkeit, künstliche Natürlichkeit und ein stummer Wettkampf um die meisten Likes. Wer sein Leben in die Öffentlichkeit bringt, zieht sich aus. Nackt im Scheinwerferlicht der Welt. Doch viel zu oft reicht selbst das nicht mehr aus. Weil sie alle nackt sind und es dennoch keinen interessiert. Jeder ist so angestrengt mit seinem eigenen Spiegelbild beschäftigt, dass die Glanzbilder der Anderen in unbemerkten Momenten vorbeifliegen. Und dabei wollten sie alle doch nur ein bisschen Aufmerksamkeit.

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Hummeln im Po

Vielleicht liegt es daran, dass ich ein Winterkind bin. Im Februar geboren, war es schon immer die klirrende Kälte die mich wach gehalten hat und meine Energien für den Tag mobilisieren konnte. Schwüle Sommerhitze wirkte sich bloß lähmend auf meine Glieder aus. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich diese Adventszeit irgendwie so gar nicht nach stiller und verschneiter Nacht anfühlt. 17 Grad Celsius kommen eher dem Eis hinter der Theke zu Gute, statt jenem auf dem See. Oder vielleicht liegt es auch daran, dass das Jahr sich wieder einmal dem Ende zu neigt und die Erinnerungen als Kurzfilm über die Leinwand flimmern. Ich bin jedes mal aufs Neue beeindruckt, wie viel in 365 Tagen passieren kann. Wie sehr sich Menschen verändern können.

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Leise Kreise

Es ist schon wieder passiert. Klammheimlich haben sich Lebkuchen, Winterjacken und Weihnachtskugeln in die Verkaufsregale geschlichen, um uns hinterrücks zu überfallen. Die Blätter vor dem Fenster haben letzte Nacht ihr Grün gegen ein buntes Herbstgewand eingetauscht und der Morgenfrost hat die letzten lauen Sommerabende erfolgreich vertrieben. Eigentlich ist alles so wie immer. Auf Frühlingsgefühle folgen Freibadnächte und Herbstlaub wird unter Schneeflocken begraben, bis die Krokusse kommen. Das Leben ist ein ewiger Kreis der Jahreszeiten. Alles wiederholt sich und beginnt von vorn; Eine perfekt einstudierte Sinfonie. Ja, irgendwie scheint sich alles nur um Kreise zu drehen. Der Zeiger der Uhr, die Rennen der Formel1, die CD in der Musikanlage und selbst unsere Erde dreht eine Pirouette nach der anderen.

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Irgendwann in der Zeit

Jeder Mensch braucht etwas, an das er glauben kann. Werte, die ihm wichtig sind oder Sicherheiten, die ihm Kraft geben. Die einen finden ihren Anker in der Religion, den anderen gibt die Familie, die Hoffnung oder die Liebe Halt. Und manche sind immer noch auf der Suche. Auch ich mache mir viele Gedanken über das Leben und meinen Platz darin. Darüber, wer ich sein möchte und was mich antreibt Tag für Tag.

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