Hummeln im Po

Vielleicht liegt es daran, dass ich ein Winterkind bin. Im Februar geboren, war es schon immer die klirrende Kälte die mich wach gehalten hat und meine Energien für den Tag mobilisieren konnte. Schwüle Sommerhitze wirkte sich bloß lähmend auf meine Glieder aus. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich diese Adventszeit irgendwie so gar nicht nach stiller und verschneiter Nacht anfühlt. 17 Grad Celsius kommen eher dem Eis hinter der Theke zu Gute, statt jenem auf dem See. Oder vielleicht liegt es auch daran, dass das Jahr sich wieder einmal dem Ende zu neigt und die Erinnerungen als Kurzfilm über die Leinwand flimmern. Ich bin jedes mal aufs Neue beeindruckt, wie viel in 365 Tagen passieren kann. Wie sehr sich Menschen verändern können.

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Leise Kreise

Es ist schon wieder passiert. Klammheimlich haben sich Lebkuchen, Winterjacken und Weihnachtskugeln in die Verkaufsregale geschlichen, um uns hinterrücks zu überfallen. Die Blätter vor dem Fenster haben letzte Nacht ihr Grün gegen ein buntes Herbstgewand eingetauscht und der Morgenfrost hat die letzten lauen Sommerabende erfolgreich vertrieben. Eigentlich ist alles so wie immer. Auf Frühlingsgefühle folgen Freibadnächte und Herbstlaub wird unter Schneeflocken begraben, bis die Krokusse kommen. Das Leben ist ein ewiger Kreis der Jahreszeiten. Alles wiederholt sich und beginnt von vorn; Eine perfekt einstudierte Sinfonie. Ja, irgendwie scheint sich alles nur um Kreise zu drehen. Der Zeiger der Uhr, die Rennen der Formel1, die CD in der Musikanlage und selbst unsere Erde dreht eine Pirouette nach der anderen.

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Hej Hej

Oder: Eine Woche Stockholm to go.

Zuerst war es nur so eine Ahnung. Ein paar Hinweise hier und da – kein auffälliges Muster. „Das kann auch Zufall sein“, redete ich mir ein. Doch der Gedanke nagte an mir und ließ mich nicht mehr los. Aber wenn ich Recht hatte mit meiner Vermutung, wie sollte ich sie nur begründen können? Ist es ein natürliches Phänomen? Eine Gesetzmäßigkeit? Nur eine Phase oder gar eine Verschwörung? Mittlerweile kann es fast kein Zufall mehr sein und ich glaube, mit immer stärker werdender Sicherheit sagen zu können:

Alle fahren nach Schweden.

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Noch einmal winken

Jeder neue Morgen ist ein weiterer Abschied. Ein tägliches „Tschüss“ zum Gestern. Schon wieder ist aus der Zukunft Vergangenheit geworden und die Zeit ist vorbei.

Heute sitze ich hier und muss auch „Lebe wohl“ sagen, allerdings ohne ein „Auf Wiedersehen.“ Ich sage „Tschüss“ zu meinem Schreibtisch, zu dem ich während der Klausurphase ein eher gespaltenes Verhältnis hatte. „Tschüss“ zu dem Prüfungsstress, dem Gefühl der panischen Unwissenheit und der Gewissheit, wieder einmal zu spät mit dem Lernen angefangen zu haben. „Tschüss“ zu den mal mehr, mal weniger sinn- und niveauvollen Gesprächen am Mensatisch mit den allertollsten Menschen. „Tschüss“ zum Guten-Morgen-Kaffee, ohne den ich die Vorlesung um 8 Uhr nicht überstanden hätte. „Tschüss“ zu Orientierungsphasen, Kneipenbummeln, Grillpartys ohne Grill und warmen Wunderwaffeln. „Tschüss“ zu der Gewissheit, dass es auch Bier gibt. Ich sage „Tschüss“ zu meinem zweiten ersten Semester, das aufregender, lustiger und wundervoller nicht hätte sein können.

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Kurzurlaub im Wunderland

Musik an – Welt aus. Worte, die in diesen Tagen wieder zum Sommer-Mantra vieler junger und jung gebliebener Menschen weltweit werden. Wenn die Sonne brütend heiß vom Himmel sticht, die Hosen immer kürzer werden und nur Wasser die Erlösung bringt, öffnen zahlreiche Festivals ihre Pforten für einen Kurzurlaub im musikalischen Wunderland. Auf dem Programm stehen Gruppenkuschelzeremonien in verschwitzten Menschenmengen, kulinarische Köstlichkeiten aus der Dose und erholsame Zeltnächte in trauter Nachbarschaft. Im Preis inbegriffen sind Sonnenbrand, Schlaflosigkeit, der Kater danach und eine neue Erfahrung der Körperhygiene. Meistens ist ein Urlaub nach dem Urlaub empfehlenswert. Wer die Ironie der letzten Sätze bemerkt hat, fragt sich jetzt vermutlich; Warum tut man sich so etwas freiwillig an?!

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Irgendwann in der Zeit

Jeder Mensch braucht etwas, an das er glauben kann. Werte, die ihm wichtig sind oder Sicherheiten, die ihm Kraft geben. Die einen finden ihren Anker in der Religion, den anderen gibt die Familie, die Hoffnung oder die Liebe Halt. Und manche sind immer noch auf der Suche. Auch ich mache mir viele Gedanken über das Leben und meinen Platz darin. Darüber, wer ich sein möchte und was mich antreibt Tag für Tag.

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Hallo Bayern!

Das schöne an Fernbeziehungen ist, dass man die Welt kennenlernt. Zumindest die des Partners. Und die kommt mir hin und wieder sogar wie Ausland vor.

Aber beginnen wir von vorn… Mein Freund wohnt in Bayern, ist aber Franke – Süddeutsche Logik. Und da wir in der Uni gerade Ferien haben – offiziell auch Lesewoche genannt – habe ich mein Köfferchen gepackt und die Hufe, beziehungsweise Reifen geschwungen, um mich in fremde Gefilde zu begeben.
Seine Heimat ist weder Dorf, noch Stadt, aber ein feines Kurörtchen im Grünen. Ich bin es schon gar nicht mehr gewohnt, dass die Abfahrt von der Autobahn nicht überall mit „Sie haben ihr Ziel erreicht“ gleichzusetzen ist. Diesen Satz bekomme ich von meinem Navi erst nach kurvigen Landstraßen durch endlose Felder und idyllische Dörfer – diesmal wirklich Dörfer – zu hören.

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Ein Kind des Lichts

“ Tu, was du liebst und liebe, was du tust.“

Nichts könnte meine Arbeit besser beschreiben. Ich fotografiere seit ich als kleiner Pöks diesen analogen Knipser geschenkt bekommen habe – Mit Batterien und 36er Farbfilm. Mein Heiligtum. Die Welt kam mir vor, wie eine Schatzkammer voller funkelnder Diamanten und ich konnte sie plötzlich einfangen und in 10×15 über mein Bett hängen. Diese ersten Bilder waren nicht immer scharf, manchmal konnte man nur mit viel Fantasie das eigentliche Motiv erkennen und viele waren so schief, wie der Turm von Pisa. Aber für mich bedeuteten sie Erinnerung und beschrieben die herrlichsten Momente meiner kleinen perfekten Kinderwelt.

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