Großstadtsommer

Ich glaube, ich bin mittlerweile zu einem wahren Großstadtkind geworden. Wie selbstverständlich leihe ich mir fast täglich ein Fahrrad und schlängel mich durch die pulsierenden Straßen. Ich bin Teil dieses Lebens hier, bei Tag und bei Nacht, fast wie in einem eigenen Kosmos. Zwar geht jeder seinen Weg, doch die Richtung ist bei allen die Gleiche. Die Menschen in dieser Stadt streben nach Heimat, nach dem kleinen Glück und nach einfach-hier-sein. Denn manchmal braucht es gar nicht mehr. 

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Noch einmal Ersti sein

Früher war ja alles besser.

Als man noch unschuldiger Erstsemester war und voller Euphorie dieses neuartige Studentenleben gefeiert hat. Prüfungsstress, Bachelorarbeit und Zweifel an den eigenen Entscheidungen schienen noch so unglaublich weit entfernt. Heute sitze ich hier im fünften Semester meines mittlerweile zweiten Studienganges und würde die Zeit gerne ein Stück zurückdrehen. Oder nochmal in die Eifel fahren. Denn mitten im Nirgendwo zwischen idyllischer Waldlandschaft und feuchtfröhlichen Trinkspielen durfte ich wieder Ersti sein – zumindest für ein Wochenende.

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Heute für immer

Die Zeit fliegt an mir vorbei.
Viel zu schnell vergehen die Nächte, die doch gerade erst dabei sind, länger zu werden. Kaum zu glauben, dass schon fast die Hälfte von diesem Jahr hinter uns liegt. Irgendwie ist das mit all den guten Dingen so. Die zauberhaften Goldmomente sind flüchtig – ein kurzes Glitzern, das sich nicht einfangen lässt.
Und mitten in diesem Funkeln stehe ich da und versuche, das Glück zu halten.

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Und morgen die Zukunft

Was machst du, wenn die Zukunft plötzlich morgen ist?

Ich bin ein liebevoller Alles-Planer. Stunde um Stunde kann ich damit verbringen, mir alles bis ins kleinste Detail zu zerlegen und durchzudenken. Blitzeblank polierte Luftschlösser – Das Thema hatten wir bereits. Aber was passiert, wenn diese Schlösser auf einmal nicht mehr so wolkig weich in weiter Ferne liegen? Wenn das Denken ein Ende hat und nach Taten verlangt wird? 

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Et jitt kei Wood

Seitdem ich vor drei Jahren von zu Hause ausgezogen bin, führe ich ein Nomadenleben. Familie da, Liebster dort und Freunde überall verstreut.
Ich befinde mich auf der Durchreise. Und das ist nicht gerade die beste Voraussetzung für weitreichende soziale Beziehungen. Vor allem an einer Universität, die mehr als 50.000 junge Menschen zählt, sind enge Freundschaften eine Seltenheit. Jedes Semester habe ich andere Kurse mit immer anderen Leuten. Und jeder von ihnen ist auf der Durchreise wie ich. Ähnlich wie in einem Ferienlager lernen wir uns kennen, haben uns gern und nach ein paar Wochen wieder vergessen. Nur mit dem Unterschied, dass es kein Nachtreffen gibt. Mir sind diese kurzweiligen Gemeinschaften nie leicht gefallen. Freundschaften auf Zeit sind nicht mein Ding. Was immer fehlte, war das Ankommen und zu Hause sein – Eine Auszeit vom Reisen.

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Barfuß

Wenn du nicht mehr weißt, wie es weitergehen soll, dann frage dich, warum du angefangen hast.

Wir alle kommen irgendwann einmal an diesen Punkt, wo sich die Zahnräder plötzlich aufhören zu drehen. Nichts will mehr so richtig gelingen und die Zweifel, die du eigentlich schon längst begraben hattest, finden ihren Weg zurück ans Tageslicht. Stillstand.

Besonders in Zeiten von Social Media und weltweiter Vernetzung scheint es beinahe unmöglich, nicht nur Eine unter Vielen zu sein. Permanente Vergleichbarkeit, künstliche Natürlichkeit und ein stummer Wettkampf um die meisten Likes. Wer sein Leben in die Öffentlichkeit bringt, zieht sich aus. Nackt im Scheinwerferlicht der Welt. Doch viel zu oft reicht selbst das nicht mehr aus. Weil sie alle nackt sind und es dennoch keinen interessiert. Jeder ist so angestrengt mit seinem eigenen Spiegelbild beschäftigt, dass die Glanzbilder der Anderen in unbemerkten Momenten vorbeifliegen. Und dabei wollten sie alle doch nur ein bisschen Aufmerksamkeit.

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Lieder und Liebe

Das diesjährige Weinturm-Open-Air sollte in vielerlei Hinsicht gänzliches Neuland für mich bedeuten. Es sollte mein erstes Festival mit der geliebten Kamera an meiner Seite werden und diesmal meine ich nicht das Einweg-Schätzchen aus dem Drogeriemarkt. Zudem hatte ich mich bis jetzt noch auf kein Musikwochenende gewagt, ohne auch nur einen einzigen Künstler des Line-Ups zu kennen. Und obendrein so fern der Heimat. Doch wie überraschend und anders jene drei Tage wirklich werden sollten, konnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht im Geringsten erahnen.

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Hummeln im Po

Vielleicht liegt es daran, dass ich ein Winterkind bin. Im Februar geboren, war es schon immer die klirrende Kälte die mich wach gehalten hat und meine Energien für den Tag mobilisieren konnte. Schwüle Sommerhitze wirkte sich bloß lähmend auf meine Glieder aus. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich diese Adventszeit irgendwie so gar nicht nach stiller und verschneiter Nacht anfühlt. 17 Grad Celsius kommen eher dem Eis hinter der Theke zu Gute, statt jenem auf dem See. Oder vielleicht liegt es auch daran, dass das Jahr sich wieder einmal dem Ende zu neigt und die Erinnerungen als Kurzfilm über die Leinwand flimmern. Ich bin jedes mal aufs Neue beeindruckt, wie viel in 365 Tagen passieren kann. Wie sehr sich Menschen verändern können.

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Leise Kreise

Es ist schon wieder passiert. Klammheimlich haben sich Lebkuchen, Winterjacken und Weihnachtskugeln in die Verkaufsregale geschlichen, um uns hinterrücks zu überfallen. Die Blätter vor dem Fenster haben letzte Nacht ihr Grün gegen ein buntes Herbstgewand eingetauscht und der Morgenfrost hat die letzten lauen Sommerabende erfolgreich vertrieben. Eigentlich ist alles so wie immer. Auf Frühlingsgefühle folgen Freibadnächte und Herbstlaub wird unter Schneeflocken begraben, bis die Krokusse kommen. Das Leben ist ein ewiger Kreis der Jahreszeiten. Alles wiederholt sich und beginnt von vorn; Eine perfekt einstudierte Sinfonie. Ja, irgendwie scheint sich alles nur um Kreise zu drehen. Der Zeiger der Uhr, die Rennen der Formel1, die CD in der Musikanlage und selbst unsere Erde dreht eine Pirouette nach der anderen.

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